Der Begriff IIFYM oder „if it fits your macros“ bedeutet kurz gesagt: Du kannst essen, was du möchtest solange du dabei nicht die vorgeschriebene Menge an Kohlenhydraten, Eiweiß und Fett überschreitest und auf diese Weise abnehmen. Abnehmen mit Pizza, Pasta und Co.? Klingt verführerisch oder?

Meiner Meinung nach etwas zu verführerisch. Aber fangen wir doch erstmal damit an, wie diese Ernährungsform konkret aussieht. Die Makronährstoffe Kohlenhydrate, Fette und Proteine sind die Energielieferanten für deinen Körper. Jeder von ihnen besitzt eine andere Energiedichte, sprich unterschiedliche viele Kalorien je 100g.

1g Kohlenhydrate: ca. 4,1kcal

1g Fett: 9,3 kcal

1g Protein: 4,1 kcal

Laut der IIFYM-Diät kannst du ohne Disziplin und Verzicht abnehmen, wenn du diese drei Nährstoffe im richtigen Verhältnis zu dir nimmst. Egal, wie modern der Name klingt, letztendlich basiert auch diese Methode auf dem klassischen Kalorienzählen. Hinzu kommt hier allerdings, dass es nicht nur um die aufgenommene Menge an Energie geht, sondern auch über welchen der drei Nährstoffe du diese deinem Körper zuführst. Es gibt einen Verteilungsschlüssel, der sich nach Alter, Geschlecht und körperlicher Verfassung richtet und dir den prozentualen Anteil der Makronährstoffe an deinem gesamten Kalorienbedarf vorgibt. Im Grunde ist die Verteilung also für jeden Menschen individuell. Eine beliebte Verteilung ist: 40% Kohlenhydrate, 40% Protein und 20% Fett.

Mir persönlich wäre das ja viel zu aufwendig. Schließlich musst du nicht nur die Kalorien jeder Mahlzeit errechnen, sondern zusätzlich noch die Makroverteilung beachten, aber jedem das seine.

Der Faktor einer gesunden Ernährung mit einer ausreichenden Versorgung an Mikronährstoffen, Mineralien und Ballaststoffen finden in den meisten Fälle weniger beachtet. „Clean Eating“ Fehlanzeige.

 

Mein Fazit

Zunächst möchte ich erwähnen, dass ich diese Diät niemals selbst ausprobiert habe und daher über ihre genaue Wirkungsweise keine eigenen Erfahrungen habe. Allerdings kann ich aus ernährungstechnischer Sicht sagen, dass es sich hierbei um eine alte Diät mit neuem Namen handelt. Es geht, wie so oft, lediglich darum weniger Energie zuzuführen als verbraucht wird.

IIFYM ist vor allem für Menschen interessant, die weiterhin ihren Ess-Gelüsten nachgeben möchten. Für diesen Mangel an Verzicht müssen sie allerdings auch einen hohen Aufwand für das Errechnen der Makroverteilung aufbringe.

Bedenklich finde ich allerdings, dass der Faktor einer gesunden und ausgewogenen Ernährung hierbei vollkommen außer Acht gelassen wird. Ja eigentlich fordert der Grundsatz dieser Diät „Iss was du willst und nimm trotzdem ab.“ ja geradezu dazu auf einfach nur weniger zu essen und mehr zu rechnen. Denn, ob die vorgegebene Menge an Kohlenhydraten, Proteinen und Fetten nun aus Gummibärchen oder Erdbeeren stammt ist erstmal egal. Hinzu kommt der Fakt, dass eine solch strikte Vorgabe nichts mit natürlichem, intuitivem Essverhalten zu tun hat. Die vorgeschriebene Menge an Lebensmitteln wird gegessen, schließlich müssen ja die Makros gedeckt werden.

Für Athleten, die sich für einen Wettkampf vorbereiten oder auf der Bühne mit einem muskulösen Körper glänzen wollen, ist diese Diät sicherlich sehr erfolgsversprechend. Jedoch nicht für „Normalos“, die langfristig überschüssige Pfunde verlieren und sich langfristig eine natürliche Ernährungsweise aneignen wollen. Denn IIFYM eignet sich schon aufgrund der ganzen Rechnerei sicherlich nicht für eine langfristige Ernährungsweise. Die Folge: sobald das Gewichtsziel erreicht ist, die Diät  beendet und die Person wieder zu normalen Essgewohnheiten zurückkehrt droht, wie so oft der allseits bekannte Jojo-Effekt.

Wer allerdings versucht seinen Makrobedarf mit möglichst gesunden, natürlichen Lebensmitteln zu decken und nicht die „Alles ist erlaubt – also her mit Fast Food und Co.“-Denkweise an den Tag legt, dem kann diese Diät sicherlich dabei helfen abzunehmen und zu verstehen, wie viel Nahrung und in welcher Form der Körper täglich benötigt um leistungsfähig zu sein.