Wir Menschen lieben Süßes. Unsere Lust ist sogar evolutionär bedingt, denn zu Urzeiten hatte Süße eine wichtige Bedeutung in unserer Ernährung. Sie zeigte an, dass ein Lebensmittel genießbar war.

Genießbar bedeutete zu Zeiten unserer Vorfahren, dass das Nahrungsmittel nicht giftig und reif war und der Genuss somit unbedenklich. Wusstest du übrigens, dass unsere erste Nahrung, die Muttermilch, ebenfalls unglaublich süß ist?

Heutzutage dient diese eingeprägte Geschmacksvorliebe vor allem den Lebensmittelherstellern, denn Süßes schmeckt nicht nur den Meisten sehr gut, sondern macht außerdem Lust auf mehr. Darum ist Zucker in seinen unterschiedlichsten Erscheinungsformen nicht nur in süßen, sondern auch in herzhaften Produkten versteckt.

Wie bereits erwähnt, gibt es sehr viele Namen für Zucker. Das macht es wiederum für uns als Verbraucher so schwer sie in der langen Liste der Zutaten zu identifizieren und gegebenenfalls zu meiden.

Du findest hier eine PDF-Übersicht der gängigsten Benennungen für Zucker zum Download. Natürlich musst du dir nicht alle Bezeichnungen merken, aber vielleicht hilft es dir ja beim nächsten Einkauf ein paar versteckte Zucker-Fallen zu umgehen.

Auch, wenn wir evolutionär bedingt sehr gerne Süßes konsumieren, sollten wir doch versuchen den Konsum von verarbeitetem Zucker stark zu reduzieren. Unzählige Studien haben bereits die negativen Auswirkungen auf unser körperliches Wohlbefinden nachgewiesen. Laut diesen ist Zucker einer der Hauptfaktoren für Krankheiten, wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder Alzheimer.

Wie du in meiner Zucker-Liste sehen wirst, finden sich dort auch natürliche Süßungsmittel, wie Honig und Ahornsirup wieder. Ja, auch diese werden in deinem Körper, wie gewöhnlicher Zucker verwertet und sind deshalb nicht nur minimal besser als raffinierter Haushaltszucker. Generell gilt, dass du möglichst versuchen solltest, alle Formen von Zucker zu vermeiden.

Vor allem, solltest du dabei aber ein Augenmerk auf Zuckerersatzstoffe haben. Gerade in der Sport-Industrie werden solche Ersatzstoffe, wie Sucralose, Saccharin oder Stevia gehyped und als gesund bezeichnet. Das ist allerdings leider schlichtweg falsch und irreführend. Diese Süßungsmittel sind vor allem deshalb so populär, weil sie keine Kalorien enthalten. Allerdings zeigen neueste Studien, dass der Konsum von künstlichen Süßstoffen dein Hungergefühl stimulieren kann. Darüber hinaus wirken sie sich negativ auf deine Darmflora aus und werden sogar mit einem erhöhten Risiko für Fettleibigkeit in Zusammenhang gebracht. Des Weiteren sind Sucralose und Co. meist weitaus süßer als gewöhnlicher Haushaltszucker und fördern damit deine Lust auf Süßes.

Eine weitere Zucker-Form auf die ich noch kurz hinweisen möchte, ist Fructose. Sie ist eines der gängigen Ersatzstoffe in verarbeiteten Lebensmitteln. Sie wird direkt in deiner Leber abgebaut, weshalb sie keinen Einfluss auf deinen Blutzucker- oder Insulinspiegel hat. Klingt prinzipiell erstmal gut, denn normalerweise führt Zucker zu einem starken Anstieg und Abfall deines Blutzuckerspiegels, was wiederum zu Heißhungerattacken führt.

Allerdings wird durch die direkte Verarbeitung in der Leber unabhängig vom Blutzuckerspiegel auch nicht die Produktion des Sättigungshormons Leptin angeregt. Dies führt zu einem Ausbleiben des Sättigungsgefühls, sowie zu einem unkontrollierten Konsum von fructosehaltigen Lebensmitteln. Bei einem regelmäßigen Konsum von Fructose steigt außerdem das Risiko für Krankheiten, wie Gicht, eine Fettleber und Insulinresistenz.

Und, was ist mit natürlichem Zucker? Solltest du auch Obst vermeiden, da dieses von Natur aus Fructose enthält? Die klare Antwort ist, nein! Es gibt keinen Grund natürliche, vollwertige, unverarbeitete Lebensmittel zu vermeiden.

Früchte, Gemüse und sogar Milchprodukte enthalten eine gewisse, meist sehr geringe Menge an Zucker. Außerdem stecken sie aber auch voller Vitamine, Ballast- und Nährstoffen, die alle samt eine positive Wirkung auf deine Gesundheit haben. Zusätzlich bewirken die Ballaststoffe, dass der Zucker nur langsamer ins Blut geht und somit dein Blutzuckerspiegel nur gering ansteigt. Dadurch werden ein abrupter Insulin-Abfall und Heißhungerattacken vermieden.

Die negativen gesundheitlichen Effekte von Zucker kommen vor allem daher, dass wir diesen in großen Mengen in stark verarbeiteter Form zu uns nehmen. Daher ist der beste und gesündeste Weg, um deinen Zucker-Konsum zu reduzieren, vor allem vollwertige, unverarbeitete Lebensmittel zu essen. Solltest du doch von Zeit zu Zeit auf Fertigprodukte zurückgreifen, dann beachte die Zutatenliste und suche dort mit Hilfe meiner Zucker-Liste nach süßen Fallen.